Kugeldistel mit Biene

Geschichte und Forschung

Kugeldistel mit Biene
Foto: Stefan Halle

Das Institut für Ökologie und Evolution ist 2017 in Rahmen der Umstrukturierung der Fakultät für Biowissenschaften aus den beiden bis dahin eigenständigen Instituten für Spezielle Botanik bzw. für Ökologie hervorgegangen.

Das Institut für Spezielle Botanik mit Botanischem Garten und Herbarium Haussknecht entstand 1949 aus einer Aufteilung des Botanischen Institutes, an dem einst bedeutende Wissenschaftler wie Matthias Jakob Schleiden, Eduard Strasburger, Nathanael Pringsheim, Ernst Stahl und Otto Renner forschten und lehrten. Gründungsdirektor des Institutes für Spezielle Botanik war Otto Schwarz. Der zum Institut gehörende Botanische Garten, hervorgegangen aus einem 1586 angelegten "Hortus Medicus", wurde 1794 in seiner heutigen Lage von August Johann Georg Carl Batsch (als erstem Direktor) und Johann Wolfgang von Goethe angelegt. Das ebenfalls zum Institut gehörende Herbarium Haussknecht geht auf eine private Gründung durch den Pharmazeuten und Botaniker Carl Haussknecht im Jahre 1896 zurück, das 1923 der Universität zugeordnet und 1948 nach Jena überführt wurde. Es ist mit mehr als 3,5 Millionen Belegexemplaren die größte Sammlung getrockneter Pflanzen in Deutschland und zählt international zu den 20 bedeutendsten Herbarien.

Die Ökologie hat in Jena eine bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts zurückreichende Tradition. Damals beschäftigte sich bereits der Botaniker Matthias Jakob Schleiden mit ökologischen Zusammenhängen bei Pflanzen. Im Jahre 1866 prägte hier der Zoologe Ernst Haeckel den Begriff "Oecologie", um damit eine neue Teildisziplin innerhalb der Biologie zu definieren, die sich mit den Wechselwirkungen zwischen den tierischen Organismen und ihrer Umwelt beschäftigt. Der 1881 nach Jena berufene Botaniker Ernst Stahl gilt als Begründer der Chemischen Ökologie. Die Wurzeln des Instituts liegen in dem 1968 unter Hans Joachim Müller gegründeten Wissenschaftsbereich Morphologie, Ökologie und Systematik der Tiere, aus dem 1990 unter Gerhard Schäller das Institut für Ökologie hervorging. International bekannt wurde das Institut unter anderem durch die seit 1989 laufenden polarökologischen Forschungen auf King George Island/Antarktis sowie durch das 2002 begonnene Jena-Experiment, das sich zu einem der weltweit wichtigsten Biodiversitätsexperimenten entwickelt hat.

Durch die Neugründung des Instituts für Ökologie und Evolution im Jahr 2017 werden die gemeinsamen wissenschaftlichen Interessen an evolutiven Prozessen und der funktionellen Biodiversitätsforschung gebündelt und fokussiert. Kennzeichnend ist dabei eine enge Verbindung von theoretischen und konzeptionellen Grundlagen, empirischer Datenerhebung mit einem Schwerpunkt auf Freilandarbeiten sowie populationsgenetischen Ansätzen. 

Die Geschichte des ehemaligen Instituts für Ökologie ist in der folgenden Pubikation nachzulesen:

Köhler G (2016): 50 Jahre Ökologie (1965-2015) an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Eine wissenschaftliche Historiographie - Acta Academiae Scientiarum. 15: 149-151. PDF [pdf 4MB]

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